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SWW - Vorreiter der Digitalisierung

Der Bevölkerung Weißwassers und der Region Dienstleister auf dem Gebiet leistungsgebundener Medien zu sein, war und ist Kernstück der Unternehmensphilosophie der Stadtwerke Weißwasser GmbH. Als im Jahre 1995 bekannt wurde, dass die Telekom 1998 ihr Monopol auf dem Gebiet der Telekommunikation und Datenübertragung verlieren wird, sah man in den Stadtwerken die Chance, den Service für die Privat- und Geschäftskunden auszubauen. Die Geschäftsführung erkannte die Zeichen der Zeit und beschloss, die Abteilung Telekommunikation ins Leben zu rufen. 

Im November 1995 veröffentlichten die Stadtwerke Weißwasser eine Stellenausschreibung. Die Abteilung, sie nannte sich „SWW COM“, legte ihr Konzept in verschiedenen Zeitebenen  an, da sie nicht nur das Fernziel – Aufbau eines kommunalen Citynetzes bis 1998 – ins Auge fassen wollte.

Auf der Suche nach Möglichkeiten, als SWW Com schon eher etwas für die Bürger tun zu können, stießen sie auf das Internet als Erfordernis der Zeit. In einer Zittauer Firma fanden die Stadtwerker die Partner, die sie in die Arbeit mit dem Internet einführten.

Bei der Regionalmesse „Drehpunkt  96“ in Weißwasser im Mai gingen die Stadtwerke mit dem Vorhaben an die Öffentlichkeit, in naher Zukunft interessierten den Internet-Zugang zu ermöglichen. Bevor die Stadtwerke aber selbst als Provider (Internet-Vermittler) auftreten wollten, sollten sie selbst erst einmal im Internet vertreten sein. Als kommunales Unternehmen wollte man diesen wichtigen Schritt aber nicht ohne die Stadt machen. So wurden Verbindungen zur Stadtverwaltung geschaffen und dort das Interesse dafür geweckt werden, im Internet für sich zu werben. Im Ergebnis dessen entstand dann in kurzer Zeit eine Homepage (Internetseite) der Stadt Weißwasser.

Mit Hilfe der Zittauer Partner wurde dann am 27. August 1996 unter http://weisswasser.de von Bürgermeister Dieter Lößner, Sparkassen- Vorstand Bernd Michallik und SWW-Geschäftsführer Rainer George der Startschuss für das Internet-Zeitalter bei Stadt und Stadtwerken gegeben. Mit einem Tastendruck öffnete Dieter Lößner die Weißwasseraner Internetseiten für alle Interessierten, die unter 15 Stichpunkten Informationen über Kultur, Sport, Tourismus, Wirtschaft oder das letzte Spiel der Füchse abrufen können.

Schon nach einer Stunde hatte sich der erste Gast im Computer-Gästebuch der Stadt eingetragen.

Er saß an einem Computer der Technischen Hochschule in Zittau. Nur 14 Tage später konnten insgesamt 1.689 Zugriffe auf die Homepage Weißwasser registriert werden. Per 7. Juli 1997 konnten schon 12.957 Besucher aus dem Internet gezählt werden.

Zwei Monate später war die Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser mbH als erster Internet-Geschäftskunde der Stadtwerke ebenfalls unter der Domäne www.weisswasser.de zu finden. Ohne eigene teure Domäne nutzte die Genossenschaft  die vorhandene und zeigte gleichzeitig, dass sie sich mit Weißwasser identifiziert. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, wann die Stadtwerke selbst als Provider tätig würden. Unmittelbar nach Kauf eines schnellen ISDN- Kommunikationsservers mit einer Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 64 kB pro Sekunde, war es wiederum Bürgermeister Lößner, der am 5. Dezember die Direktverbindung zum Internet schaltete und damit die Interaktivität der Stadtwerkkunden im Internet gewährleistete.

Mit großem Aufwand startete die Bundesregierung 1996 gemeinsam mit Microsoft und Telekom die bundesweite Aktion „Schulen ins Internet“. In Weißwasser erhielten nur die 1. Mittelschule und das Städtische Gymnasium den Zuschlag für Fördermittel. Die Stadtwerke suchten nach einer Möglichkeit, auch anderen Schulen den Internet-Zugang zu ermöglichen und stellten ein eigenes Förderprogramm auf.

Es beinhaltete den kostenlosen Anschluss an das Internet und das kostenlose Surfen. Die 5. Mittelschule wurde zum Vorreiter in Weißwasser. Sie hatte ihren Anschluss am 22. April diesen Jahres und war schon wenige Wochen später selbst mit einer Seite unter der Homepage Weißwasser zu finden. Bis Mai hatten auch die Schüler der 2., 3. Und 4. Mittelschule ihren kostenlosen ISDN-Anschluss von den Stadtwerken und konnten gemeinsam mit ihren Alterskameraden des Landau-Gymnasiums und das kommunalen beruflichen Schulzentrums ebenfalls problem- und kostenlos im Internet surfen, anders als die Schüler des städtischen Gymnasiums und der 1. Mittelschule.

Im Juni hatten die Stadtwerke neben den Schulen insgesamt 5 Geschäfts- und 18 Privatkunden für das Internet, in das sie sich zum City-Tarif einwählen können. Im „Radio Weißwasser“ fanden die Stadtwerke den Partner, der das Internet-Seitenmanagement und die Aktualisierung der Internet-Seiten realisierte.

Parallel zum Internetzugang wurde am Aufbau eines kommunalen Citynetzes gearbeitet.

Am 8. Juni 1996 schalteten die Stadtwerke ihr erstes öffentliches Münztelefon auf der Straße des Friedens. Das zweite öffentliche Münztelefon der Stadtwerke steht seit dem 22. Mai 1997 im Magnet-Kaufhaus am Sachsendamm, das dritte seit dem  4. Juli vor dem Fielmann-Geschäft in der Muskauer Straße. Das vierte Gerät wurde in der ersten Augustwoche an der Bushaltestelle „Friedenseiche“ in Weißwasser geschaltet. In all diesen blauen Telefonzellen zahlten die Kunden für die Tarifeinheit 10 Pfennig, also um die Hälfte weniger als in den violetten Zellen der Telekom.

Das wurde besonders gern von den Telefonkunden für die Einwahl in den Mobilfunk oder ins Ausland genutzt. Beginnend Ende 1997 wurden, um Kosten zu sparen, die teuren Mitleistungen der Telekom schrittweise abgelöst. Mit der zweiten Ausbaustufe des Netzwerkes wollten die Stadtwerke ab 1998 Geschäfts– und Privatkunden Einwahlmöglichkeiten zu günstigsten Telefontarifen ermöglichen, indem sie mit anderen Anbietern Netzverbindungen schaffen. Das „Energienetz“ der VEAG wäre genauso denkbar wie das der Bundesbahn beispielweise.

Mit zunehmender Digitalisierung wurde das Internet zum Massenphänomen - genau wie die mobile Telefonie und die Smartphones. Bei SWW machte sich die Digitalisierung vor allem an der eigenen Webseite bemerkbar. Diese wurde zuletzt Ende 2015 erneuert und ermöglicht es den Kunden, online nach dem günstigsten Tarif zu suchen oder auch bequem von zuhause aus den Zählerstand zu melden. Dies kann der Kunde sowohl vom PC aus, als auch über Smartphone und Tablet.

Seit August 2017 können SWW-Kunden das Kunden-Webportal "MEIN|PORTAL" nutzen und selbstständig den Tarif wechseln, den Verbrauch analysieren, den Abschlag anpassen, Daten aktualisieren oder den Umzug planen.

Die Digitalisierung als einer der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wird die Stadtwerke Weißwasser GmbH auch zukünftig begleiten. Doch SWW hat beweisen, dass es zu einem Vorreiter der Digitalisierung gehört. Von den zahlreichen Vorteilen profitieren letztlich vor allem die Kunden.

Quelle: Stadtwerke Weißwasser GmbH - Die Stadtwerke - Entwicklung der Versorgungsaufgaben in den letzten 100 Jahren

Anzeige im Weißwasseraner Wochenkurier vom 8. Juli 2017